logo linux mintImmer mehr Nutzer und Nutzerinnen von Windows 10 ärgern sich über die Updatefunktionen von Windows 10. Aber auch die Daten, die innerhalb des Systems gesammelt und an Microsoft versendet werden sind machen ein Dorn im Auge.

 

Nun hat Microsoft das Ende des Supports für Windows 7 angekündigt. Meiner Meinung nach ein guter Zeitpunkt, sich Gedanken dazu zu machen, ob ein Wechsel zu Windows 10 oder zu Linux ansteht.

Meiner Meinung nach gute Gründe, sich einmal mit Linux, und hier besonders mit Linux Mint 19.1 und der Oberfläche Cinnamon zu befassen, da diese von der Bedienung sehr ähnlich zu Windows 7 ist.

Dieser Artikel soll enige Informationen zu dem Thema liefern. Wenn Sie sich ernsthaft die Frage stellen, ob ein Wechsel von Windows zu Linux für Sie machbar ist, setzen Sie sich gerne mit mir in Verbindung.

Warum Linux Mint?

In meinem Artikel habe ich besonders Linux Mint mit Cinnamon (der verlinkte Artikel bescheibt Cinnamon 3.0.7, zur Zeit aktuell ist 4.0.10) als alternative zu Windows 10 vorgeschlagen.

Warum habe ich dies getan?

Der Grund dafür ist die recht große Ähnlich der Benutzeroberfläche Cinnamon zu Windows 7. Auch die alternativen Oberflächen von Linux Mint, Mate und Xfce weisen eine hohe Ähnlichkeit zu Windows 7 auf.

Die obige Abbildung zeigt Linux Mint 19.1 Cinnamon, wie es sich vor der Installation von USB oder DVD präsentiert. Durch einen Klick auf "Install Linux Mint" wird die Installation gestartet.

Ich empfehle hier die Verwendung von Cinnamon.

  • Nachtteil: Es wird etwas mehr Arbeitsspeicher und eine Grafikkarte mit 3D Beschleunigung (eine OnBoard Karte von ATI oder Intel reicht hier vollkommen aus) benötigt.
  • Vorteil: Sehr gutes und stimmiges Design. Klare und eindeutige Icons, sehr guter Dateimanager (Nemo)

Linux Mint basiert auf dem Softwarepaketen von Ubuntu (welches wiederum die Paketverwaltung von Debain verwendet), nutzt also alle Vorteile der zur Verfügung stehenden Software. Ubuntus Benutzeroberfläche ist jedoch, verglichen mit Windows, so anders, dass diese mir für einen Umstieg von Windows erschwerend hinzu kommen würde.

Ubuntu verwendete bis vor einiger Zeit die selbst entwickelte Oberfläche "Unity", ist nun aber zu Gnome 3.x zurückgekehrt. Gnome wurde jedoch dahingehen angepasst, dass es der alten Oberfläche Unity sehr nahe kommt.

Von Zeit zu Zeit installiere ich eine aktuelle Version von Ubuntu auf einem Notebook, nur um zu sehen, wohin die Entwicklung dort geht, ich kann mich aber bisher nicht wirklich mit der Benutzeroberfläche von Ubuntu anfreunden. Linux Mint Cinnamon kommt eher meiner Art der Arbeit mit dem Computer entgegen. Für Nutzerinnen und Nutzer, die lediglich Surfen, Mailen und Texte schreiben spielt das jedoch keine größere Rolle, hier ist Ubuntu mit seiner einfachen und klaren Oberfläche evtl. eine gute Alternative.

Die obige Abbildung zeigt Ubuntu 19.04 wie es sich direkt nach der Installation präsentiert. Die Programm-Icons sind lediglich in der Leiste (links) zu platzieren, der restliche Desktiop beinhaltet den Papierkork und Ordner für Dokumente. Die Systemleiste ist standardmäßig oben, nicht unten, wie von Windows gewohnt.

Offener Quellcode

Linux ist frei, der Quellcode liegt offen und kann, von allen die in der Lage sind zu programmieren, angepasst werden. Das öffnet ein riesiges Potential an möglichen Entwicklern und Entwicklerinnen. Zum Vergleich, bei Windows können nur die von Microsoft legimitierten Entwickler am Quellcode arbeiten.

Dies führt normalerweise dazu, dass Fehler und Sicherheitslücken in Linux schnell korrigiert werden.

Systemressourcen

Ein weiterer Grund für Linux ist der Umgang mit den Systemressourcen.

Linux Mint, auch unter Cinnamon, kommt mit weniger Arbeitsspeicher und Rechnenleistung klar, als Windows 10. Daher eignet sich das System auch für nicht ganz aktuelle Rechner.

Was die reine Systemstartzeit angeht, hat Windows 10 jedoch gerade die Nase vorne. Linux startet etwas langsamer, arbeitet dann jedoch später schneller.

Systemupdates

Unter Linux Mint ist es in einer zentralen Stelle des Systems möglich, sämtliche Systemupdates aber auch Updates für installierte Anwendungen, wie LibreOffice, Firefox, Thunderbird usw. auf dem aktuellen Stand zu halten.

Dies ist in Windows (ohne kostenpfichtige Zusatzsoftware) so nicht möglich.

Zusätzlich gint es bei Liux Mint keinen Zwang, die Updates zu einen bestimmten Zeitpunkt zu installieren.

Systemneustartorgien, wie nach einem Windows Update, kennt Linux Mint ebenfalls nicht.

Für mich war dieser Punkt, die einfache Systemwartung, der zentrale Grund für Linux Mint.

Viren?

Bei Linux kann auf den Einsatz eines Virenscanners verzichtet werden. Zwar gibt es wenige Viren, die auch Linux befallen können, ihre Zahl ist jedoch sehr gering und eine infektion daher sehr unwahrscheinlich.

Zum einen liegt das an den guten Sicherheitskonzepten von Linux, es ist einfach sehr viel schwerer einen Virus für Linux zu schreiben als für Windows, zum anderen liegt dies jedoch natürlich auch an der Verbreitung von Linux. Lediglich ca. 4 % aller Rechner in Deutschland werden durch Linux betrieben, weltweit liegt dieser Wert sogar nur bei ca. 2,8 %. Da lohnt sich der Aufwand der Programmierung eines Virus nicht wirklich.

Livesystem von USB-Stick oder DVD

Wer sich noch nicht sicher ist, komplet zu Linux Mint wechseln zu wollen, kann Linux Mint auch erst einmal von einem Livesystem (USB oder DVD) ausprobieren. Jedoch sind hier nicht alle Optionen zur Verfügung, dies dient beispielsweise dazu, herausfinden zu können, ob der vorhandene Drucker oder der Scanner auch unter Linux Mint funktionieren würden.

Neben Windows

Auch nach einer Installation, muss man nicht sofort auf das gewohnte System verzichten. Es ist möglich, Linux Mint neben Windows zu installieren. Hierzu gibt es im Netz diverse Anleitungen.

Installationsverlauf

Bereits die Installation von Linux Mint ist mit einer Installation von Windows 10 nicht zu vergleichen. Je nach Internetverbindung und Rechnerleistung, nach ca. 15 - 20 Minuten ist das System auf dem Rechner. Es kann dann neu gebootet werden und alles läuft.

Dies beinhaltet auch die meisten Treiber für Drucker oder Scanner. Heir ist jedoch die Einschränkung zu erwüähnen, dass es leider nicht von allen Herstellern gute Linux Treiber gibt. Mit den meisten Druckern von HP, Samsung (inzwischen auch HP) und Brother sollte es hier jedoch keine Probleme geben.

Für Wechsler von Windows auch etwas ungewohnt, die meisten Standardanwendungen sind dann bereits installiert:

  • Firefox - Internet
  • Thunderbirb - Mail
  • Gimp - Bildbearbeitung
  • LibreOffice - Büro (Text / Tabelle / Präsentation)

Und noch besser, bei einer Paralellinstallation zu Windows besteht voller Zugriff auf die Daten aus Windows. Windows kann leider bisher auf dieLinux Dateisysteme nicht zugreifen.

Updates kommen für das System und alle installierten Anwendungen über eine zentrale Stelle.

Alles in allem zeigt sich Linux Mint sehr pflegeleicht. Die von Windows her gewohnten ständigen Neustarts entfallen, die Aktualisierungen werden installiert, Systemänderungen werden dann nach dem nächsten Neustart aktiv, Anwendung sind sofort in ihrer aktualisierten Version verfügbar.

Einer der angenehmsten Punkte die für Linux als Betriebsystem sprechen, ist die sehr einfache Systempflege.

Sämtliche Updates, seien sie für das System oder für installierte Anwendungen, lassen sich über eine zentrale Stelle, mit wenigen Mausklicks, installieren.

Durch das sehr gute Softwarecenter von Linux Mint entfällt auch die Suche nach Programmen im Internet. Sämtliche Software in dem Softwarecenter wurde auf einen reibungslosen Betrieb mit Linux Mint getestet. Hier sollten keine Probleme auftauchen.

Durch Aufnahme der entsprechenden PPAs lassen sich auch Anwendungen, die nicht automatisch mit Updates versorgt werden, auf dem aktuellen Stand halten.

Auch wenn dieser Artikel den Titel "Gründe für Linux Mint" trägt, möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass es auch Gründe gegen Linux als Betriebssystem gibt.

Sollten Sie zwingend auf bestimmt Programm angewiesen sein,

  • Microsoft Office
  • Adobe Produkte

so ist die Verwendung von Linux nicht zu empfehlen. Es gibt zwar für die meisten Anwendungen einen guten Ersatz, aber exakt diese Programme laufen nicht unter Linux.

Auch für "Gamer" kann es sinnvoll sein, bei Windows zu bleiben. Die Spiele, die unter Linux laufen, besonders über Steam, werden zwar immer mehr, jedoch gibt es sehr viele Spiele, die nicht unter Linux funktionieren.

In beiden Fällen ist wahrscheinlich die geringe Verbreitung von Linux (lediglich ca. 4 % aller Rechner in Deutschland laufen unter Linux) der Grund für die mangelnde Unterstützung des Systems.

Es kann auch vorkommen, dass für die verwendete Hardware (Drucker / Scanner) kein brauchbarer Treiber für Linux vorliegt. Dies sollte vor einem Wechsel zu Linux geklärt werden.